Titelbild zur Woche der Brüderlichkeit 2016

6. März - 13. März 2016

Sinti und Roma - eine Minderheit
zwischen Anerkennung und Ablehnung

Die "Flüchtlingskrise" hat die öffentliche Diskussion und das politische Handeln in den letzten Monaten dominiert. Wir deklarieren Staaten auf dem Balkan und in Nordafrika zu "sicheren Herkunftsländern", um Asylverfahren zu beschleunigen und Menschen schneller abschieben zu können. Im Zusammenhang mit den Balkanstaaten kam dann auch schnell die Frage auf, ob diese für geflohene Roma- oder Sintifamilien wirklich sichere Länder sind. Bei der Diskussion dieser Frage im Arbeitskreis wurde uns schnell eine ganz andere Tiefe des Themas deutlich. So gehörten Sinti und Roma hunderttausendfach zu den Opfern des nationalsozialistischen Rassenwahns und der installierten "Tötungsfabriken" in den Lagern. An diese Geschichte erinnert seit 2012 das Denkmal für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma Europas. Der israelische Künstler Dani Karavan entwarf ein kreisrundes Becken mit schwarzem – „endlos tiefem“ – Grund, dessen Wasser die Tränen symbolisiert. In der Beckenmitte platzierte er eine dreieckige steinerne Stele, die in der Aufsicht an den Winkel auf der Kleidung der KZ-Häftlinge erinnern soll. Auf der Stele liegt stets eine frische Blume. (Foto: Dietmar Rabich, rabich.de, CC BY-SA 4.0, Wikimedia Commons)

Schnell stießen wir im Zusammenhang mit diesem Thema auf die Lebensgeschichten der in Deutschland lebenden Sinti und Roma. Wie wurden sie akzeptiert? Wie konnten sie sich integrieren? Warum verschweigen viele ihr Herkunft? Was behindert Integration und was befördert sie? Womit wir wieder bei einer höchst aktuellen Debatte wären - einer Debatte mit ausreichendem Gesprächsstoff für die Woche der Brüderlichkeit 2016 in Sendenhorst.

Sonntag, 6. März 2016, 17.00 Uhr (Haus Siekmann)
Eröffnungsveranstaltung
Eröffnungsvortrag „Sinti und Roma - eine Minderheit zwischen Anberkennung und Ablehnung“: Oswald Marschall (Minden/Heidelberg)
Verleihung der Bernhard-Kleinhans-Plakette 2016
Laudatio: Gerhard Bachteler und Prof. Dr. Herbert Ulonska
Musikalische Gestaltung: Nicole Saal (Gitarre) und Norbert Hennenberg (Klarinette)
Moderation: Wolfgang Janus

Dienstag, 8. März 2016, 19.00 Uhr (Haus Siekmann)
Integration zwischen Gelingen und Scheitern
Podiumsgespräch mit Impulsreferaten von Christoph Strässer MdB, ehemaliger Menschenrechtsbeauftragter der Bundesregierung, und Jovica Arvanitelli, Leitender Referent für Integration und Soziales im Landesverband Baden-Württemberg des Verbades deutscher Sinti und Roma
Moderation: Gerd Wilpert

Freitag, 11. März 2016, 18.00 Uhr (Haus Siekmann)
Mitgliederversammlung
des Vereins "Woche der Brüderlichkeit Sendenhorst e.V." - Alle Mitglieder und Freunde sind herzlich eingeladen!

Freitag, 11. März 2016, 19.00 Uhr (Haus Siekmann)
„Der grüne Prinz“ – Film mit Diskussion
Dokumentarfilm, Deutschland/Israel/Großbritannien 2014,
Regisseur: Nadav Schirmann
Preisgekrönter »Real Life«-Thriller über den Sohn des Hamas-Mitbegründers Scheich Hassan Yousef, der über ein Jahrzehnt für den israelischen Geheimdienst arbeitete. Sein Ziel war es, Israelis zu töten, aber es kam anders. Die unglaubliche, aber wahre Geschichte basiert auf Yousefs Autobiografie „Sohn der Hamas: Mein Leben als Terrorist“. Der Film bietet eine spannende Einsicht in die Welt des Schin Bet und der Hamas. Im Fokus der spannenden und psychologisch fesselnden Geschichte steht auch die fast unmögliche Freundschaft zwischen dem Palästinenser und seinem israelischen Betreuer Gonen Ben Itzak und seine Zerrissenheit zwischen zwei Vaterfiguren.
Einführung: Rudolf Blauth (VHS).
Im Anschluss an die Vorführung diskutieren Dr. Monika Friedrich und Gerd Wilpert mit dem Publikum über den Film.
Eine Veranstaltung des Cinema Ahlen in Kooperation mit der VHS und dem Arbeitskreis „Woche der Brüderlichkeit Sendenhorst“
Eintrittspreis: 6 Euro (4 Euro ermäßigt)

Sonntag, 13. März 2016, 17.00 Uhr (Pfarrkirche St. Martin)
"Um Gottes Willen" - Abschlussandacht zur Woche der Brüderlichkeit

Presseberichte